Spritztour durch Ausserholligen

von Raphael Wyss

Ausserholligen ist heute eine Art „Zwischenort“ zwischen Bümpliz und dem Rest von Bern: Ein fragmentierter Raum mit viel unternutzter Fläche und keiner eigenen Identität. Doch das soll sich ändern: Drei Milliarden Franken wollen Private, die Stadtwerke ewb und die öffentliche Hand in den nächsten Jahren in den sogenannten Entwicklungsschwerpunkt (ESP) investieren und ihn so zu einem neuen Zentrum im Westen von Bern entwickeln; quasi das Gegenstück zum Wankdorf im Osten. Am 9. Juni stimmt die Stadtbevölkerung über die Finanzierung der öffentlichen Infrastruktur im Gebiet ab. Aus diesem Anlass hat das städtische Tiefbauamt auf dem Europaplatz einen Infopavillon eröffnet. Zusätzlich wurde Parteien, Verbänden und weiteren Organisationen angeboten, ihnen den Raum und die geplanten Entwicklungen vorzustellen – wahlweise bei einem klassischen Vortrag oder mit einer Velorundfahrt durch das Gebiet. Die JA! wurde ebenfalls angefragt, worauf wir uns am 2. Mai auf dem Europaplatz zu einer Spritztour einfanden.

Bei leichtem Nieselregen führte uns David Steiner vom Tiefbauamt durch den Entwicklungsschwerpunkt und stellte die verschiedenen Projekte vor, von denen aktuell noch nicht viel zu sehen ist: Das ewb-Areal nördlich des Europaplatzes, wo drei neue Hochhäuser mit dem ewb-Hauptsitz, Büros und Wohnungen entstehen sollen; den neuen Bahnhof „Europaplatz Nord“, der die alte Station „Stöckacker“ auf der Linie nach Neuenburg ersetzen wird; die neuen Freizeit- und Sportanlagen im und ums „Weyerli“; die neue Unterführung und den sogenannten „Viaduktraum“ unter der Autobahnbrücke der A12 als verbindendes Element; und last but not least den neuen Campus der Berner Fachhochschule (BFH).

All diese Projekte folgen in erster Linie dem Ziel, wichtige und viel besuchte Infrastrukturen an gut erschlossenen Lagen zu bündeln. Auch wenn die zahlreichen Neubauten viele Ressourcen verbrauchen, ist die Entwicklung des zentral gelegenen Gebiets deshalb langfristig auch ökologisch sinnvoll. Soziale und ökologische Überlegungen sind auch bei  der konkreten Planung ein wichtiges Thema: Der Aussenraum soll wo immer möglich öffentlich zugänglich werden, die Wohnungen sozial durchmischt sein und die Bauten energetisch auf dem neusten Stand. Die Quartiervertretungen wurden zudem vorbildlich in die Entwicklungsplanung miteinbezogen.

Aus diesen Gründen empfiehlt die JA! den Rahmenkredit für die öffentliche Infrastruktur im ESP Ausserholligen zur Annahme. Wir danken David Steiner vom stadtberner Tiefbauamt für die informative Velotour.