von Elia Gerber
Menschenrechte sind universell und unteilbar. Sie gelten für alle Menschen – unabhängig von Herkunft, Aufenthaltsstatus oder Pass. Doch die Realität im Kanton Bern sieht anders aus. Menschen werden aufgrund ihres Migrationsstatus systematisch ausgegrenzt, entrechtet und ihrer Würde beraubt.
Ein menschenverachtendes System beenden
Das aktuelle Migrationsregime ist geprägt von Abschreckung statt Menschlichkeit. Familien werden auseinandergerissen, Menschen in Ausschaffungshaft gesteckt – ohne Straftat, nur weil sie kein gültiges Visum haben. Ein junger Mann aus Afghanistan, der hier die Lehre abgeschlossen hat, wird über Nacht zum «Ausschaffungsfall». Solche Geschichten sind keine Einzelfälle – sie sind System. Die JA! fordert: Schluss mit dieser unmenschlichen Ausschaffungspolitik!
Schutz und Würde für Geflüchtete
Menschen, die vor Krieg, Verfolgung und Klimakatastrophen fliehen, verdienen Schutz – nicht Misstrauen. Doch die Realität in Asylzentren ist oft geprägt von Überbelegung, mangelnder Privatsphäre und fehlender psychologischer Betreuung. Traumatisierte Menschen warten Jahre auf Asylentscheide, in ständiger Angst vor Abschiebung. Das ist menschenunwürdig. Wir fordern sichere Aufnahme, faire Asylverfahren und Bedingungen, die Menschen ihre Würde zurückgeben.
Teilhabe statt Ausgrenzung
Im Kanton Bern leben Zehntausende Menschen ohne Schweizer Pass – sie arbeiten hier, zahlen Steuern, schicken ihre Kinder in die Schule. Doch gesellschaftliche Teilhabe bleibt ihnen oft verwehrt. Wer eine Aufenthaltsbewilligung B oder F hat, wird bei der Wohnungssuche diskriminiert, hat erschwerten Zugang zu Weiterbildungen und darf viele Berufe nicht ausüben. Qualifizierte Fachkräfte aus Drittstaaten arbeiten oft nur als Hilfskräfte, weil ihre Diplome nicht anerkannt werden. Solche Barrieren sind nicht nur ungerecht, sondern schaden uns allen. Wir fordern gleiche Rechte für alle Menschen, die hier leben.
Demokratie für alle
Demokratie lebt von Mitbestimmung. Doch ein Viertel der Berner Bevölkerung ist vom politischen Prozess ausgeschlossen. Menschen, die hier arbeiten, Steuern zahlen und ihre Kinder grossziehen, dürfen nicht mitentscheiden, wie ihre Gemeinde und ihr Kanton gestaltet wird, weil sie keinen Schweizer Pass haben. Das ist demokratiepolitisch unhaltbar. Die JA! fordert das Stimm- und Wahlrecht für alle Menschen, die im Kanton Bern wohnen – auf kommunaler und kantonaler Ebene.
Globale Verantwortung wahrnehmen
Die Klimakrise, Kriege und wirtschaftliche Ungleichheit erfordern globale Solidarität. Der Kanton Bern muss seiner internationalen Verantwortung gerecht werden: durch gerechte Entwicklungszusammenarbeit, Klimagerechtigkeit und die Aufnahme von Menschen in Not. Wir können nicht wegschauen, wenn Menschen im Mittelmeer ertrinken oder von autoritären Regimen ermordet werden.
Unsere Vision
Wir wollen einen Kanton Bern, in dem Menschenrechte keine leeren Versprechen sind, sondern gelebte Realität. Einen Kanton, der Menschen schützt statt abschiebt, der Teilhabe ermöglicht statt ausgrenzt, der Solidarität übt statt Mauern baut. Menschenrechte für alle ist keine Utopie – es ist eine politische Entscheidung.
