Unerwünschte Gäste in Davos

Es ist Januar. Auf Davoser Pisten flitzen keine Skischüler*innen, Freizeitsportler*Innen und Bergliebhaber*innen mehr. Weinende Kinder verlassen das Dorf fluchtartig.

Der Schneespass wird verdorben von superreichen, mächtigen, egoistischen, ignoranten, sexistischen, geldgeilen, lügenden, schönredenden, heuchelnden, alten –vorwiegend- Männern. Dieses Jahr mit einem Ehrengast: dem schleimigsten, narzisstischen, egoistischen, sexistischen und leider auch mächtigsten überhaupt: Donald Trump.

Winterfreude ade! Die Stadt wird zur Festung durch Barrikaden und Polizei damit die Herrschenden dieser Welt darüber diskutieren können wie sie noch reicher und mächtiger werden.

Es stellt sich die Frage, ob Donald Trump sich über das WEF informiert und die offizielle Website besucht hat, bevor er seinen Besuch angekündigte, oder ob er einfach denkt, er fahre in ein Skicamp. Denn folgendes sind die einleitenden Worte der angeblichen Mission des WEF’s: „The World Economic Forum, committed to improving the state of the world, is the International Organization for Public-Private Cooperation.“ Gross kündigt das Forum dem Klimawandel den Kampf an und brüstet sich mit Konzepten und Lösungen für die sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Probleme dieser Welt. Ein Donald, der bei solchen Diskussionen nicht in Rage ausbricht oder vor Langweile einschläft, kann ich mir nicht vorstellen.

Natürlich ist diese Selbstdarstellung kompletter Schwachsinn, wie wir aus der alljährlichen Kritik am WEF wissen: Die Teilnahme bestimmt der Kontostand, die Transparenz des Forums lässt zu wünschen übrig, der Kapitalismus wird nicht in Frage gestellt und die Erfolge, die es für eine „Verbesserung“ der Welt vorzuweisen hat, sind nicht berauschend. Da es prinzipiell um Geld, Macht und „inoffizielle“ Gespräche geht, passt Trump eigentlich ganz gut ins Bild.

Mit den Anzugsträger*innen treten auch jedes Jahr wider ihre Antagonist*innen auf das politische Parkett, nur Tanzen sie nicht in Sitzungsräumen, sondern auf der Strasse für eine gerechtere Welt. Seit der Ankündigung von Trumps Teilnahme am WEF wird in den Medien nun über die möglicherweise grösser ausfallenden Demonstrationen in Zürich, Davos und Bern berichtet. Die Polizei kümmert sich mit grösserem Aufgebot darum, dass die Protestierenden im Zaum gehalten und die Sicherheit der Wichtigen gewährleistet werden kann. Dass ein paar Hirnfürze in Davos gleichzeitig absout nichts tun um diese Welt zu verbessern , sondern sie vielmehr noch weiter zerstören , scheint zweitrangig.

 Im Ja!rgon 1/18 von Elena M.