Dringliches Postulat Fraktion Grünes Bündnis/Junge Alternative: Wettbewerb Zukunft des alten Progymnasiums – weiterhin Kulturproduktion im PROGR? (Simon Röthlisberger und Anne Wegmüller JA!)

Der Gemeindeart hat ein Wettbewerbsprogramm zur Umnutzung des ehemaligen Progymnasiums verabschiedet und will das Gebäude im Baurecht abgeben. In den Vorgaben zum Wettbewerb sind keine verbindlichen Auflagen zur kulturellen Nutzung des Gebäudes vorhanden (z.B. ein definierter Anteil Kultur). Dies steht im Gegensatz zu den ökonomischen Überlegungen und den rigiden Auflagen der Denkmalpflege. Es besteht überdies die Bedin-gung, dass bei den eingegebenen Projekten die Finanzierung gesichert sein muss, d.h. ein Investor muss verbindliche Zusagen gemacht haben. Dies ist eine einseitig, insbesondere auf finanzielle Aspekte ausgerichtete hohe Hürde für die Projekteingaben, die einen Aus-gleich zugunsten der kulturellen Nutzung nötig macht.

Der PROGR wird seit Sommer 2004, befristet bis Mitte 2009, erfolgreich als Zentrum für Kulturproduktion zwischengenutzt. Das Projekt hat sowohl lokal Nutzen entfaltet als auch national Anerkennung und Aufsehen erlangt. Für Künstlerinnen und Künstler bieten sich hier Möglichkeiten, an zentraler Lage in der Stadt Kultur zu schaffen und diese einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Haus ermöglicht den Austausch zwischen Kulturschaffenden verschiedener Sparten sowie Altersgruppen und schafft Synergien.
Das Zentrum für Kulturproduktion wurde bei der Lancierung lediglich als Zwischennutzung konzipiert, doch hat es sich zum erfolgreichen Pilotprojekt weiterentwickelt. Es fragt sich grundsätzlich, wie die Stadt mit diesem neuen kulturellen Potential umgeht.

Der Stadtrat hat im Anschluss an die Kulturdebatte vom November 2005 verschiedene Postulate zum PROGR erheblich erklärt. Die Mehrheit des Stadtrats beurteilte eine Mischnutzung (inkl. kultureller Nutzung) des Gebäudes als sinnvoll.
Das vom Gemeinderat genehmigte Wettbewerbsprogramm nimmt die Anliegen des Stadtrats – im PROGR eine kulturelle Teilnutzung zu ermöglichen – nur ungenügend auf. Wir fordern deshalb den Gemeinderat auf, im Wettbewerb bei der Auswahl der Projekte folgende Kriterien zu beachten und die Auflagen der Denkmalpflege zu überarbeiten:

1. Mindestens 1/3 der heutigen Gebäudefläche werden kulturell genutzt (u.a. Kulturproduktion, günstige Ateliers, Ausstellungsraum).

2. In den eingereichten Projekten müssen verbindende Elemente vorhanden sein, welche die Öffnung des Hauses für die Bevölkerung ermöglichen (u.a. Ausstellungs- und Konzerträume).

3. Die rigiden Auflagen der Denkmalpflege zum Umbau des Gebäudes werden zugunsten einer öffentlichen und kulturellen Nutzung überarbeitet.


Begründung der Dringlichkeit:
Der Wettbewerb zur zukünftigen Nutzung des alten Progymnasiums wird im März ausgeschrieben. Will der Stadtrat auf den Ausgang des Wettbewerbs Einfluss nehmen, muss dies jetzt geschehen.

Bern, 15.3.2007