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10. Oktober 2007: Gemeinderätliche Nachwehen des 6. Oktobers
Die Junge Alternative JA! war an der
Organisation des „ganz FEST GEGEN RASSISMUS“, das am Samstag, 6. Oktober
2007 stattgefunden hat, massgeblich beteiligt. Die JA! freut sich, dass bis
zu 5000 Menschen friedlich auf dem Münsterplatz demonstriert und damit ein
starkes Zeichen gegen die rassistische und diskriminierende Politik der SVP
gesetzt haben. Ebenso begrüsste die Junge Alternative JA! alle Aktionen
zivilen Ungehorsams, welche am Samstag durchgeführt wurden, so zum Beispiel
die friedliche Blockade in der unteren Altstadt. Diese diversen friedlichen
Aktionen zeigten, dass die SVP in Bern tatsächlich nicht willkommen ist: Es
ist ermutigend zu wissen, dass so viele Menschen der SVP etwas
entgegengehalten haben. Denn: Wer schweigt, toleriert.
Als unnötig und sinnlos erachtet die JA! die begangenen Sachbeschädigungen.
Es darf allerdings nicht vergessen werden, dass die Wut gezielt geschürt
wurde: Einerseits durch den masslos provokativen Umzug der SVP, andererseits
durch den Umgang der Stadt Bern mit den GegendemonstrantInnen – dem
gewaltfrei angekündigten und auch so durchgeführten Fest auf dem
Münsterplatz wurde von Anfang an die Bewilligung verwehrt.
Heute hat der Gemeinderat seine Erkenntnisse über den 6. Oktober kundgetan.
Die JA! begrüsst eine Analyse des Polizeieinsatzes, der offensichtlich
völlig konzeptlos verlaufen ist. Sie schlägt dem unabhängigen Experten, Dr.
Peter Schorer vor, zum besseren Verständnis des Geschehenen unbedingt mit
Anwesenden und Beteiligten in Kontakt zu treten.
Unverständlich ist für die JA! das Anliegen des Gemeinderates, das
Demoreglement zu überarbeiten. Einerseits wurde das Demoreglement vor kurzem
angepasst und der Stadtrat hat mehrere Male Verschärfungen abgelehnt. Diese
Entscheide sind zu respektieren, alles andere ist Zwängerei. Andererseits
hat das Demoreglement herzlich wenig mit den Geschehnissen vom Samstag zu
tun. Im Gegenteil: Wäre das „ganz FEST GEGEN RASSISMUS“ auf dem Münsterplatz
bewilligt worden, hätte die Stadt den Protest gegen die SVP-Politik die
freie Meinungsäusserung zugestanden, was die Stimmung sicherlich positiv
beeinflusst hätte. Im Übrigen gibt es mit dem heutigen Demoreglement
genügend Instrumente, um das sichere Durchführen von Kundgebungen zu
gewährleisten.
Die Junge Alternative JA! kritisiert die folgende Aussage des Gemeinderates
scharf: „Der Gemeinderat hat der Stadtpolizei denn auch zu keiner Zeit
Einschränkungen hinsichtlich der polizeilichen Mittel und Massnahmen
auferlegt, sondern sich strikte daran gehalten, das Operative vom
Politischen zu trennen. In diesem Sinne hat er auch den Entscheid der
Polizei, die Gegendemonstration nicht zu bewilligen, immer gestützt.“ Mit
dieser Haltung hat sich der Gemeinderat von Anfang an aus seiner politischen
Verantwortung gestohlen, was wie oben erklärt unvorsichtig und unklug war.
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