5. Juli 2007: Neuer Standort des Alkistüblis und gleichzeitig neue Bahnhofordnung

Der Berner Gemeinderat hat heute bekannt gegeben, dass das Alkistübli ab nächstem Frühling auf der Perronplatte Ost des Bahnhofs Bern Platz finden soll, die SBB verzichtet dafür auf Parkplätze. Damit fügt sich der Gemeinderat endlich dem Stadtratsbeschluss vom 1. Februar 2007. In diesem wird nämlich folgendes festgehalten: „Nach Fertigstellung der neuen Christoffel-Unterführung ist dieser Aufenthaltsraum auf dem Bahnhofareal (Perimeter inkl. Parking, Grosse Schanze, Schanzenpost) unterzubringen.“

Die Junge Alternative JA! sieht diesen Beschluss des Gemeinderats als Schritt in die richtige Richtung, denn der neue Standort ist zentral und Bahnhofnah. Was die JA! jedoch als unglücklich betrachtet, ist dass das Alkistübli am neuen Standort nach wie vor in Baucontainern untergebracht werden soll. Dies ist in den Augen der JA! sowohl für die Fachpersonen vom Contact, aber auch für die alkoholkranke Menschen, welche teilweise viel Zeit im Alkistübli verbringen, unangenehm und isolierend.

Somit beabsichtigt der Gemeinderat eine der sechs Forderungen der Petition „Der Bahnhof gehört allen!“, welche die JA! im Mai lanciert hat, zu erfüllen. Das ist erfreulich. Gleichzeitig wird der Gemeinderat jedoch morgen über die geplante neue Bahnhofordnung informieren. Die Junge Alternative JA! befürchtet, dass mit dieser Bahnhofordnung die heute bekannt gemachten Fortschritte durch eine repressive Überreglementierung des Bahnhofs stark relativiert oder sogar fast nichtig gemacht werden. Denn auch das schönste Alkistübli am zentralsten Ort ist ein Hohn, wenn beispielsweise alkoholkranke Menschen sich nicht mehr im öffentlichen Raum aufhalten dürfen. Im Jahr 2004 wurde eine solche Bahnhofordnung von der Jungen Alternative JA! bekämpft. Der Stadtrat wird morgen den Bericht des Gemeinderates zur überwiesenen Richtlinienmotion: Keine schleichende Reglementierung des öffentlichen Raums, weder im Bahnhof noch sonst wo diskutieren.

Die Junge Alternative JA! hält an ihrer Petition fest. Die Petition wird von Grünem Bündnis, Grüne Partei Bern, JUSO Bern, Pda Bern unterstützt. Die Unterschriften werden Anfang Herbst anlässlich der Stadtratsdiskussion über das neue Nutzungskonzept des Bahnhofplatzes eingereicht werden.