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26. April 2007:
Gassenküche bleibt!
Der Gemeinderat hat heute bekanntgegeben, dass er die Essensabgabe der
Gassenküche im Bahnhof während und nach dem Umbau „untragbare Zustände“
verursache und deshalb nicht länger geduldet werden könne.
Die Junge Alternative JA! ist bestürzt über diese neue Bestimmung, die
zusammen mit anderen Massnahmen der neoliberalen Vision eines „sauberen
Stadtbildes“ nacheifert, was in der Realität bedeutet, dass alle unliebsamen
Erscheinungen mit repressiven Mitteln aus der Öffentlichkeit entfernt werden
sollen – eine Aus-den-Augen-aus-dem-Sinn-Politik, die keine Probleme löst,
sondern weitere schafft.
Die Gassenküchen leisten Sozialarbeit, für die eigentlich die Stadt besorgt
sein sollte. Mit der heutigen Bestimmung wird diese Arbeit nicht gewürdigt,
im Gegenteil, die Gassenküchen werden als lästig abgetan und kriminalisiert.
Die JA! hält dies für eine gefährliche Entwicklung.
Konkret verfügt der Gemeinderat, dass die Gassenküche ihre Essensausgabe im
Hof neben der Kontakt- und Anlaufstelle Hodlerstrasse durchführen solle und
die Elternvereinigung in der Baracke für Alkoholabhängige, ebenfalls am
Bollwerk. Ausserdem will der Gemeinderat die Gassenküchen nur noch an
bewilligten Standorten tolerieren.
Die Junge Alternative JA! kritisiert die Verlagerungspolitik des
Gemeinderats. Die Situation am Bollwerk, bei der Anlaufstelle und vor der
Reitschule ist ein drogenpolitisches Desaster – nicht zuletzt aufgrund der
zögerlichen und repressiven Drogenpolitik der Stadt. Dass nun auch noch die
Gassenküchen in diesen Raum abgeschoben werden sollen, heisst, dass der
Gemeinderat ein Interesse daran hat, alle Drogenabhängigen und sonstigen, im
bürgerlichen Jargon „Randständigen“ in Richtung Bollwerk/Reitschule zu
verbannen. Dies bedeutet für die Reitschule eine weitere Erschwerung des
normalen Betriebs. Dass diese Verlagerung gewissen rechtsbürgerlichen
PolitikerInnen in ihrem immerwährenden „Kampf“ gegen den „Schandfleck“
Reitschule gelegen kommt, ist klar. Doch von einem rot-grünen Gemeinderat
sollte man mehr Weitblick erwarten können!
Die Junge Alternative JA! wird heute Abend einen Vorstoss im Stadtrat
einreichen, um einen Kurswechsel des Gemeinderats zu erreichen.
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