22. Februar 2006: JA! kritisiert die Verdrängung drogenabhängiger Menschen mit mehr Repression

Die Kontakt- und Anlaufstelle an der Hodlerstrasse wird ab sofort eine Einlassregulierung einführen. Gleichzeitig plant der Gemeinderat verstärkte Sicherheitsmassnahmen, wie die Aufstockung der Securitas-Präsenz bei der Anlaufstelle. Ein Ausbau der jetzigen Anlaufstelle sowie die Errichtung einer zweiten Anlaufstelle wird vom Gemeinderat klar abgelehnt. Die Junge Alternative JA! kritisiert, dass die ergriffenen Massnahmen alleine auf Repression ausgerichtet sind und fordert zumindest vorübergehend eine zweite Anlaufstelle in der Stadt Bern .

Die Kontakt- und Anlaufstelle an der Hodlerstrasse ist massiv überlastet und kann ihre Sicherheitsstandards, sowie medizinischen, sozialarbeiterischen und pädagogischen Anforderungen nicht mehr erfüllen. Die Junge Alternative JA! kann die getroffene Massnahme der Einlassregulierung nachvollziehen auch wenn sie darüber nicht glücklich ist.

Das Contact Netz schreibt in ihrer Medienmitteilung, dass damit ein Teil der drogenabhängigen Menschen, welche dringend auf das Angebot angewiesen sind, ausgeschlossen werden. Der Gemeinderat reagiert darauf mit reiner Repression, indem er die Securitas- und Polizeieinsätze im Gebiet Anlaufstelle, Schützenmatte und Reitschule ausbaut. Diese städtische Massnahme zielt ganz klar in eine falsche zu einseitige Richtung. Die drogensüchtigen Menschen werden sich auch mit verstärktem Securitas- und Polizeiaufgebot nicht in Luft auflösen. Ausserdem verlagert sich das Problem dadurch nur noch mehr in Richtung Reitschule – eine Folge, die für das Kulturzentrum eine weitere Erschwerung des normalen Betriebs bedeutet. Dass diese Verlagerung gewissen rechtsbürgerlichen PolitikerInnen in ihrem immerwährenden „Kampf“ gegen den „Schandfleck“ Reitschule gelegen kommt, ist klar. Doch von einem rot-grünen Gemeinderat sollte man mehr Weitblick erwarten können!

Die Junge Alternative JA! unterstützt die Bestrebungen des Gemeinderats die Drogenpolitik dezentral mit Angeboten im ganzen Kantonsgebiet zu organisieren. In der jetzigen Situation reicht diese längerfristige Perspektive jedoch nicht aus: Der Gemeinderat muss hier und heute die drei weiteren, zentralen Säulen der Drogenpolitik: „Schadenminderung“, „Therapie“ und „Prävention“ berücksichtigen. Im konkreten heisst das, zumindest verübergehend eine zweite Kontakt- und Anlaufstelle zu errichten und einen Ersatz für das geschlossene Restaurant Traube zu unterstützen.