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12. Oktober 2006: Demoverbot durch die Markt- und Spitalgasse -
Demonstrieren ist ein Grundrecht, Shoppen nicht!
Die Junge Alternative JA! nimmt mit Erstaunen und Ärger zur Kenntnis, dass
der Berner Gemeinderat das Gesuch um Erteilung einer Ausnahmebewilligung für
den Kundgebungsumzug durch die Markt- und Spitalgasse für die Demonstration
gegen das neue Asyl- und AusländerInnengesetz am kommenden Samstag abgelehnt
hat.
Einmal mehr macht der Gemeinderat mit seinem heutigen Entscheid deutlich,
dass die Shoppingtour durch die Innenstadt mehr zählt, als das Grundrecht
der Demonstrationsfreiheit. Für die Junge Alternative JA! ist nicht
einzusehen, warum die Kundgebung „Kein Mensch ist illegal“ mit dem klar
nationalem Thema anders behandelt wird, als andere nationale Kundgebungen.
Demonstrieren ist das Ausüben eines demokratischen Grundrechts. Demonstriert
wird, um Anliegen kundzutun. Damit dies auch wahrgenommen wird, ist es von
Vorteil, dort zu demonstrieren, wo PassantInnen sind und nicht in
Nebengassen. Demonstrieren hat seinen Sinn und Beschneidungen des
Demonstrationsrechts sind in jedem Falle gefährlich.
Heute, in einer Zeit, in der sowieso überall der Konsum im Vordergrund
steht, und Werbung omnipräsent ist, müsste es das Anliegen eines
„rot-grünen“ Gemeinderates sein, immerhin die Grundrechte vor diesem Zerfall
zu retten. Tatsache ist aber, dass dieser Gemeinderat lieber das
Ruhigstellen der Aufsässigen und die Sicherung des Profits für die grossen
Konzerne und Warenhäuser fördert, statt die Ausübung der Grundrechte zu
garantieren.
Für die JA! ist dieser Entscheid ein weiterer, wenn auch vielleicht kleiner
Schritt, in eine gefährliche Richtung. Grundrechte werden überall in Frage
gestellt, man denke an die Bahnhofordnung, die Wegweisungen, die
Diskussionen um Videoüberwachung etc. und Freiraum ist Mangelware. Die JA!
wünscht sich ein echtes rot-grünes Bern, in dem die menschliche Würde und
die Ausübung von Grundrechten im Vordergrund stehen.
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