22. Juli 2006: Pay more, stay fresh!

Die Junge Alternative JA! organisiert eine weitere Aktion im Rahmen ihrer Freiraum-Kampagne. Dies ist eine Reaktion auf die Wegweisungen am Bahnhof, die kommende Videoüberwachung im öffentlichen Raum, die repressive Berner Bahnhofordnung sowie  die neue „Verhaltensregelung“ auf der Grossen Schanze, gegen welche die JA! letzte Woche protestiert hat. Im Marzilibad an der Aare werden die PassantInnen ironisch auf die fortlaufende Überreglementierung und Kommerzialisierung des öffentlichen Raums aufmerksam gemacht.

 Die Aktion wird folgendermassen ablaufen:

JA!-AktivistInnen verteilen an der Aare Flyer und „sperren“ den Zugang zum Fluss ab. Die Aare wird von gutgekleideten JA!-AktivistInnen als „privatisiert“ bezeichnet und darf nur noch mit dem „Aarepass“ betreten werden. Der „Aarepass“, so wird gesagt, könne bei der Stadt Bern bezogen werden und koste 500.- pro Saison. Die ganze Aktion ist eine spielerische und witzige Art auf das ernste Problem des öffentlichen Raums in der Stadt Bern hinzuweisen.

 Text auf dem Flyer:

 Nachdem bereits der Bahnhof nicht mehr von allen genutzt werden darf, ist nun die Aare an der Reihe: Studien zufolge wird die Aare immer mehr von zwielichtigen Gestalten zweckentfremdet und durch den massenhaften Abkühlungsdrang übernutzt. Um diesen Missstand zu beheben, hat sich NESTLE®  bereit erklärt, diesen Abschnitt der Aare zu übernehmen und zu bewirtschaften.

Infolgedessen erhebt die Stadt Bern in Zusammenarbeit mit NESTLE®  eine Gebühr auf die Nutzung von Aarewasser. Aarepässe sind per sofort bei der Stadt Bern erhältlich und kosten 500.- pro Saison.

Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis und wünschen Ihnen ein angenehmes Badevergnügen im NESTLE®--Splash-River

 Das Kleingedruckte:

Nein, selbstverständlich wurde die Aare nicht privatisiert und gehört weiterhin uns allen. Doch die heutige Tendenz dazu, den öffentlichen Raum zu privatisieren und zu überreglementieren, ist gefährlich und wer weiss – vielleicht ist – nach Bahnhof (Wegweisungen, Bahnhofordnung) - bald auch die Aare davon betroffen.