18. Mai 2006: Freiraum statt leere Büros!

Die Junge Alternative JA! lanciert am 23. Mai 2006 ihre Sommerkampagne „Freiraum jetzt und überall“.
Mit dieser Sommerkampagne nimmt die JA! einen Missstand in der Stadt Bern auf: Freiräume im weitesten Sinne sind auch hier Mangelware. Wo können sich junge Leute noch ohne Konsumzwang zum gemütlichen Beisammensein treffen? Wo gibt es Platz für Strassenkunst oder andere nichtkommerzielle Darbietungen? Immer öfter wird der öffentliche Raum überreglementiert, privatisiert oder kommerzialisiert. Zunehmender Sicherheitswahn und die Illusion, durch Wegweisung, Bahnhofordnung und eine verfehlte Drogenpolitik gewisse Menschen, die nicht ins Stadtbild passen, nichtexistent zu machen sind auch hier in Bern ein Thema. Die Sehnsüchte bürgerlicher PolitikerInnen nach Bettelverboten, Videoüberwachungen etc. erinnern an Orwells 1984 und hinterlassen mehr als nur einen schalen Geschmack auf der Zunge. Die JA! fordert eine autofreie, farbige, freie Innenstadt mit vielen gemütlichen und schönen Ecken für alle. Statt Pinto-PolizistInnen braucht es mehr Offenheit, mehr Dialog und Freiraum für alle, auch für diejenigen mit abgerissenen Kleidern und einem Bier in der Hand. Im Rahmen der Sommerkampagne plant die JA! verschiedene Aktionen und Vorstösse zu den genannten Themen.

An der Freiburgstrasse 127 steht auf einem grossen Grundstück seit 108 Jahren eine alte Kirche. Seit 2003 verfügt die Marti AG über eine Baubewilligung. Die Firma will einen mehrstöckigen Bürokomplex bauen, obwohl ihr laut dem „Bund“-Artikel vom 16.5.2006 MieterInnen für die Büros fehlen.

Diese Paradoxie stösst der JA! sauer auf:
Sie fordert eine Umnutzung des Grundstücks zu einem Freiraum für die Quartierbevölkerung statt den Bau leerer Büros. Um dieser Forderung Druck zu verleihen, wird die JA! das Grundstück am Dienstag, 23. Mai um 13.00 Uhr mit einer symbolischen Aktion besetzen.

Freiraum für alle!