ja!rgon Nr.5 – Oktober 2007

EditorJA!l
Bereits in weniger als zwei Wochen ist es soweit: Die neuen National- und StänderätInnen werden gewählt!

Zum ersten Mal stellt sich auch die Junge Alternative JA! zur Wahl (Liste 10). Trotz diesem grossen Schritt ist die JA! ganz die Alte geblieben: Statt dem Verteilen von Werbegeschenken an potentielle WählerInnen und dem Besuchen von Wahlveranstaltungen nützt die JA! ihre Energie, um sich weiterhin unbeirrt für verschiedenste Themen auf der Strasse und im Berner Stadtrat einzusetzen. So waren AktivistInnen der JA! massgeblich an der Organisation der Gegenkundgebung der SVP-Demo am 6. Oktober beteiligt. Zudem hat die Junge Alternative es geschafft, 2000 Unterschriften für die Petition „Bahnhofsplatz für Alle“ zu sammeln, welche nun am 11. Oktober eingereicht werden kann. Auf Stadtratsebene haben die JA!-Stadträtinnen einen Vorstoss zur Lancierung einer aufsuchenden Jugendarbeit in der Innenstadt eingereicht. Desweiteren haben sie sich dafür eingesetzt, dass das Budget für den Gaskessel nicht gekürzt wurde.

Und vielleicht ist ja gerade dieses Engagement ein Grund dafür, die Liste 10 unverändert in die Urne zu werfen?!

Lea Bill

Blizblanke Scheinwelt
Der Sauberkeitswahn und somit ein graues, cleanes Stadtbild sind im Trend wie noch nie. Die Junge Alternative JA! sagt Stopp! Und zwar dort, wo Menschen, welche nicht in diese blitzblanke Scheinwelt passen, weggeputzt werden.

Am Donnerstag, 11. Oktober wird die Junge Alternative JA! ihre Petition „Der Bahnhofplatz gehört allen“ mit über 2000 Unterschriften dem Gemeinderat übergeben.

Die Petition ist eine Reaktion auf die Ankündigung des Gemeinderates, ein „Nutzungskonzept“ für den neuen Bahnhof zu erstellen. Nach den Aussagen des Gemeinderates ist zu erwarten, dass dieses eine Art „Neuauflage“ der Bahnhofordnung von 2004 ist, in der Picknicken oder einfach nur Verweilen, spontane Mahnwachen, politische Aktionen und Unterschriften sammeln verboten werden soll. Um dies zu verhindern, fordert die Petition unter anderem, dass der Berner Bahnhofplatz sowie der städtische Teil des Bahnhofs nicht zu einem Konsumtempel verkommen und dass die Ausübung der politischen Rechte und die Wahrung der Grundrechte auch für den Berner Bahnhof gelten.

Weiter braucht es auf dem neuen Bahnhofplatz genügend Sitzplätze zum Verweilen. In unmittelbarer Nähe des Bahnhofs müssen genügend Gratis-Veloparkplätze zur Verfügung stehen. Die jetzt geplanten 1500 Plätze reichen nicht aus, es braucht eine Erhöhung.

Mit der Einreichung der Petition will die JA! und mit ihr die 2000 Menschen, welche unterschrieben haben, den Gemeinderat auffordern, sein Nutzungskonzept für den Bahnhofplatz nochmals gründlich zu überdenken.

Doch als wäre es nicht genug mit dem angekündigten Nutzungkonzept für den Banhofplatz, will der Gemeinderat das Bahnhofregelement für den städtischen Teil des Banhofs dem der SBB anpassen. Vorgesehen ist unter anderem ein Bettelverbot im ganzen Banhof sowie im Umkreis von 10 Metern um das Bahnhofgebiet.

Auch dort sagt die JA! ganz klar Stopp! Sie verurteilt, dass Menschen, die nicht einer gehobenen sozialen Norm entsprechen, ausgegrenzt werden und ihre Rechte und Anliegen als zweitrangig betrachtet werden. Die Existenz von Bettlerinnen und Bettlern ist eine Tatsache, die nicht einfach ignoriert werden kann. Ein Bettelverbot – egal ob dies an einzelnen Orten oder gar generell, wie es die SVP fordert – ist eine Massnahme, welche keine Probleme löst, sondern eine reine „Aus -den- Augen-aus-dem-Sinn-Politik“. Menschen, die sich dafür entschieden haben zu betteln, können nicht einfach weggeputzt werden.

Repressive und unsoziale Reglementierungen für den öffentlichen Raum, wie beispielsweise: Bahnhofordnungen, Nutzungskonzepte, Parkordnungen, Aufenthaltverbote auf Schularealen und Wegweisungen werden in vielen Städten der Schweiz zu etablierten Instrumenten, um ein sauberes, unbelebtes und trendy Stadtbild vorzugaukeln. Nur wer gehetzt durch den Banhhof oder über öffentliche Plätze stresst, konsumiert oder als TouristIn das „schöne“ Stadtbild bewundert, ist willkommen, alle anderen stören und passen nicht in die blitzblanke Scheinwelt.

Es scheint, als gäbe es keine anderen Probleme in unserer Gesellschaft, welche dringend anzupacken wären und als könne das cleane Stadtbild mit Repression erzwungen werden. Doch dieser Schein trügt zünftig!

Die JA! setzt sich für eine farbenfrohe, soziale Stadt und somit für Freiräume und Lebensqualität im öffentlichen Raum für alle ein.

Anne Wegmüller

Schwarze Schafe gegen Rassismus
Ein Rückblick auf die Geschehnisse vom 6. Oktober 07 in der Stadt Bern.

Die Kundgebung ganz FEST GEGEN RASSISMUS auf dem Münsterplatz vom 6. Oktober war trotz schwierigen Umständen ein Erfolg. Den ganzen Nachmittag über haben sich mehrere Tausend Menschen zu einem friedlichen und lautstarken Fest gegen Fremdenfeindlichkeit versammelt. Wie von der Kundgebungsorganisation „Schwarzes Schaf“ angekündigt, war das Fest auf dem Münsterplatz ein friedlicher Anlass. Dank eines Sicherheitskonzepts gelang es den OrganisatorInnen auch in heiklen Momenten, die Situation auf dem Münsterplatz im Griff zu behalten.

Neben dem friedlichen Fest auf dem Münsterplatz, wurde in der unteren Altstadt der SVP – Marsch auf Bern durch friedliche Sitzblockaden und Barrikaden verhindert. Die SVP war in Bern definitiv nicht willkommen! Durch das unverhältnissmäsige agieren der Polizei und einer nicht sehr cleveren Einsatztaktik kam es leider an eingen Orten in der Innestadt zu Ausschreitungen und Gewalt.

Bilder von Gewalt und Zerstörung dominieren die Berichterstattung. Traurig ist, dass die Medien in ihrer Berichterstattung vor allem über brennende Autos und zerschlagene Fensterscheiben berichten. Warum sich jedoch tausende von Menschen versammelt haben, um friedlich gegen die Hetzkampagnen der SVP zu demonstrieren, ist anscheinend nicht von medialem Interesse.

Mit ihrer Kampagne gegen „kriminelle Ausländer“ und für „mehr Sicherheit“ schürt die SVP bewusst Ausländerfeindlichkeit und erzeugt ein Klima der Angst. Seit Jahren macht die SVP immer neue Hetzkampagnen gegen Minderheiten: Sie schafft Gesetze, welche die Menschenrechte und Menschenwürde von sozial schwächer gestellten Menschen verletzen und bei unerwünschten MigrantInnen werden die Grundrechte mit Füssen getreten.

Am vergangenen Samstag haben auf dem Münsterplatz in Bern mehrere Tausend Menschen lautstark und friedlich gegen diese menschenverachtende Politik der SVP protestiert. Die SVP wird auch in Zukunft mit Widerstand gegen ihre Politik rechnen müssen, denn ein grosser Teil der Bevölkerung ist nicht bereit, ihre Zukunft einer fremdenfeindlichen, unsozialen und demagogischen Politik zu überlassen!

Anja Brunner


Littering – ein unlösbares Problem?
Unmengen von Abfall werden produziert. Viel davon wird im öffentlichen Raum liegen gelassen und achtlos weggeworfen. Der grösste Anteil stammt dabei aus der Take-Away-Verpflegung. Höchste Zeit also, diese Problematik anzugehen!

Die Probleme des Litterings, also des „achtlosen Wegwerfens oder Liegenlassens von Abfall im öffentlichen Raum“, sind in den letzten Jahren immer mehr ins Zentrum von Diskussionen und Massnahmen gerückt.

Studien der Universtität Basel der Jahre 2004 und 2005 klärten erstmals Details bezüglich Littering: Dabei stellte sich heraus, dass rund 30% des an Ort anfallenden Abfalls nicht in die dafür vorgesehenen Abfalleimer entsorgt weden. Zudem zeigten die Studien, dass zum einen Zeitungen und Papier (46%) und zum anderen Essensresten, Einwegverpackungen und Getränkegebinden aus der „fliegenden Verpflegung“ (54%) den grössten Teil des Litterings ausmachen.

Neben Massnahmen wie der Pflicht, an Grossanlässen in der Stadt Bern Mehrweggeschirr zu verwenden, der Möglichkeit der Bussenverteilung bei allfälligem Littering im Kanton Bern oder der Kostenbeteiligung der Take-Away-Anbieter bei der Abfallentsorgung, wären auch andere Vorgehen denkbar:
So existiert im Raum Basel ein Projekt zur Erhöhung des Bewusstseins bezüglich Abfall. Dabei wird gezielt auf Repression verzichtet und der Schwerpunkt auf Aufklärung gesetzt. Die Junge Alternative JA! wird einen Vorstoss im Berner Stadtrat einreichen und damit die Lancierung eines ähnlichen Pilotprojektes fordern.

Desweiteren gibt es bereits Take Aways in der Stadt Bern, welche KonsumentInnen mit einer Preisreduktion belohnen, wenn sie ihr eigenes Mehrweggeschirr von zu Hause mitnehmen. Eine solche Praxis würde ganz klar zu einer Verbesserung der Situation in der Stadt Bern führen, besonders wenn viele Take Away-Anbieter diesen Beispielen folgen würden. Um auf diese Möglichkeit aufmerksam zu machen, verteilt die Junge Alternative JA! am Mittwoch, 17. Oktober, zwischen 12 und 13 Uhr auf dem Waisenhausplatz in Bern gratis Essen aus für diejenigen PassantInnen, welche ihr eigenes Mehrweggeschirr mitnehmen. Erscheint also zahlreich!

Lea Bill

Kampagne Euro 08 gegen Frauenhandel
Im Juni 08 findet in der Schweiz in den vier Städten Bern, Zürich, Basel und Genf die Fußball Europameisterschaft statt. An der Euro 08 ist ein großer Teil des Publikums männlich. Manche Männer sind irgendwann Freier – vielleicht ungewollt bei einem Opfer von Frauenhandel.

Rund zweieinhalb Millionen Menschen werden laut der Arbeitsorganisation ILO jedes Jahr Opfer von Menschenhandel. Laut dem Bundesamt für Polizei gelangen zwischen 1500 und 3000 Opfer von Frauenhandel alljährlich in die Schweiz. Der Handel mit Menschen ist eine moderne Form von Sklaverei- ein profitables Geschäft. Den Preis bezahlen die betroffenen Frauen. VermittlerInnen versprechen diesen eine existenzsichernde Arbeit im Ausland. Am vermeintlichen Ziel wartet stattdessen Ausbeutung und Zwangsarbeit, oft in der Prostitution. Schuldknechtschaft, Drohungen und Gewalt machen es Opfern von Frauenhandel enorm schwierig, sich aus ihrer Zwangssituation zu befreien.

Bei Polizeikontrollen werden betroffene Frauen in der Schweiz wegen illegalen Aufenthalts sofort ausgeschafft. Aber auch, wenn sie als Opfer von Frauenhandel erkannt werden, haben sie kein langfristiges Aufenthaltsrecht. Sie dürfen nur hier bleiben, wenn sie bereit sind, gegen die Täter auszusagen- und auch in diesem Fall nur für die Dauer des Verfahrens.

Mit der „Kampagne Euro 08 gegen Frauenhandel und Zwangsprostitution“ wird über das Thema Frauenhandel informiert und gegen diese massiven Menschenrechts-verletzungen gekämpft. Die Kampagne wird zurzeit von etwa 25 Organisationen getragen. Die Junge Alternative JA! unterstützt die Kampagne.

Die Kampagne beginnt im März 08 und findet im Vorfeld und während der Fußball-Europameisterschaft statt. Mit einem Spot, der mindestens an den 22 Public Viewings in der ganzen Schweiz gezeigt wird.

Am 8. März 08 findet die Auftaktaktion zur Lancierung der Petition mit Forderung statt. Ziel ist es, dass die BesucherInnen der Euro 08 mehr über das Ausmass und die Auswirkung von Frauenhandel wissen. Auch wer mit Opfern von Frauenhandel in Kontakt kommt, soll Verantwortung wahrnehmen und die von Frauenhandel betroffenen Frauen sollen besseren Schutz und mehr Rechte erhalten.

Rahel Aellig


ja!infos

Wird das Aareufer abgesperrt während der Euro 08? Wenn es nach der JA! geht ganz klar nicht!

Auf der Website www.euro08-bern.ch wird umfassend über die bevorstehende Euro 08 in Bern informiert. Unter anderem ist dort zu lesen, dass es während dem Euro 08-Monat eine Absperrung des Aareufer geben wird. Die Euro 08 fällt genau in die Aareschwimm-Saison, auf welche sich viele BernerInnen bereits jetzt wieder freuen. Die Möglichkeit, in der Aare zu schwimmen muss, für die Berner Bevölkerung daher auch während dem Euro 08 Monat gewährt sein! Aus Sicht der Jungen Alternative JA! ist eine generelle Absperrung des Aareufers daher die falsche Massnahme. Der tödlichen Gefahr der Aare in Verbindung mit Alkoholkonsum während der Euro 08 muss jedoch Rechnung getragen werden. Umfassende Alkohol- und Drogenpräventionsarbeit, sichtbare Information über die Gefahr des Aareschwimmens, Einsatz von RettungsschwimmerInnen an exponierten Stellen, wie im Bereich um das Marzilibad machen aber sicherlich mehr Sinn, als eine generelle Absperrung, welchen allen den Genuss des Aareschwimmens verunmöglicht. Die JA! macht mit einer Interpellation im Stadtrat auf dies aufmerksam.

JA! fordert aufsuchende Jugendarbeit in Bern

Verschiedene Schweizer Städte haben in den letzten Jahren Konzepte zur aufsuchenden Jugendarbeit (auch mobile Jugendarbeit genannt) aufgestellt. Diese Art von Jugendarbeit nimmt sich zum Ziel, die Jugendlichen im öffentlichen Raum, das heisst vor allem auf Strassen und Plätzen, an denen sie sich oft aufhalten, direkt anzusprechen. Auf diese Weise wird auch der Zugang zu Jugendlichen gewonnen, welche von der Öffentlichkeit als störend wahrgenommen und meist von anderen sozialen Einrichtungen nicht erreicht werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Schweizer Städten verfügt die Stadt Bern über kein Konzept zur aufsuchenden Jugendarbeit. Die JA! will dies ändern und reichte im Stadtrat ein Postulat ein mit der Forderung, aufsuchende Jugendarbeit in Bern zu lancieren.

SR-Wahlkampf 2007

“Als Frau wird man nicht geboren, zur Frau wird man gemacht.”
(Simone de Beauvoir, 1949)

Es kommt darauf an sie zu verändern! Die soziale Frage stellt sich auch heute, gerade an der Uni. Seit Karl Marx

Weise Geister wie Meister Joda engagieren sich … für eine nachhaltigen Entwicklung

Im Unterstützungskomitee der JA!-fpl finden sich einige prominente FürsprecherInnen:

Lisa Simpson: „Ich bin die Klügste in meiner Klasse. Wenn ich mal zu Uni gehe, will ich nicht zur wissenschaftlichen Fliessbandarbeiterin der Wirtschaft werden. Die JA!-fpl setzt sich dafür ein, dass Leute wie ich in ihrem kritischen Denken gefördert werden, deshalb würde ich sie wählen.“
JA!-fpl die clevere Alternative! (Download Plakat) (Download Flyer)

Simone de Beauvoir: „Immer wieder heisst es, die Gleichstellung der Geschlechter sei schon lange erreicht. Das stimmt nicht, oder wieso sonst gleicht der universitäre Lehrkörper einem Gruppenbild mit Dame? Die JA!-fpl tut etwas dagegen und setzt sich für wahre Gleichstellung ein, deshalb würde ich sie wählen.“
JA!-fpl die feministische Alternative! (Download Plakat)

Karl Marx: „Vor 150 Jahren habe ich die Klassengesellschaft analysiert. Was ist passiert? Noch immer ist die alte Klasse an der Macht und bevölkert auch die Uni. Die JA!-fpl tut etwas dagegen und setzt sich für einen offenen Zugang zur Uni ein, deshalb würde ich sie wählen.“
JA!-fpl die soziale Alternative! (Download Plakat)

Jedi-Meister Joda: „Die dunkle Seite der Macht Besitz von der Uni ergriffen hat. Nachhaltige, inderdisziplinäre Angebote abgebaut werden und soziale Verantwortung ein Fremdwort ist. Die JA!-fpl für Weisheit, Nachhaltigkeit und akademische Verantwortung einsetzt sich, wählen ich sie deshalb würde.“
JA!-fpl die weise Alternative! (Download Plakat)

Pippi Langstrumpf: „Ihr kennt ja die Gauner, die hinter meinem Koffer voll Gold her sind. Genauso wie ich mir nichts von denen gefallen lasse, setzt sich die JA!-fpl für eine SUB ein, die der Unileitung die Stirn bietet, deshalb würde ich sie wählen.“
JA!-fpl die freche Alternative! (Download Plakat) (Download Flyer)



“Als Frau wird man nicht geboren, zur Frau wird man gemacht.”
(Simone de Beauvoir, 1949)

In einer Zeit, als Frauen noch weit davon entfernt waren, die gleichen Rechte wie Männer zu besitzen, wagte Simone de Beauvoir diese These. Seitdem hat sich einiges geändert, jedoch nicht die Tatsache, dass das Geschlecht immer noch eine Rolle spielt.

Einiges ist bekannt:

– Nur ein Viertel des Eidgenössischen Parlaments ist weiblich

– Frauen erhalten immer noch weniger Lohn für gleichwertige Arbeit

– Frauen verrichten immer noch den Grossteil der Hausarbeit, auch wenn beide PartnerInnen berufstätig sind

Anderes vielleicht weniger:

– Obwohl mehr als 50% der Studierenden Frauen sind, beträgt der Frauenanteil im Mittelbau nur 38%

– unterrichten nur 11% Professorinnen an der Universität Bern

Obwohl die SUB eine ausgewogene Vertretung von Frauen und Männern im StudentInnenrat und Vorstand garantiert:

– halten die Männer in Sitzungen bedeutend öfter und längere Voten

– werden Massnahmen zur Frauenförderung (z.B. Frauenquote, Mentoringprogramm) und das Ressort Gleichstellung regelmässig von den rechten Gruppierungen attackiert

– sitzen in den wichtigsten Kommissionen überdurchschnittlich viele Männer

Deshalb fordert die JA!-fpl:

– Veranstaltungen zur Diskussion und Aufbrechen von Geschlechterrollen

– mehr Assistentinnen und Professorinnen an der Universität

– keine diskriminierenden Äusserungen und Beispiele in Lehrveranstaltungen

– kostenlose Kinderbetreuung für Studierende

– effiziente Frauenförderung auf allen Ebenen der Universität

– Gruppierungen die ihre Frauen nicht nur auf Wahllisten setzten sondern auch in die Ratsarbeit integrieren



Es kommt darauf an sie zu verändern!

Die soziale Frage stellt sich auch heute, gerade an der Uni

Seit Karl Marx 1848 mit dem kommunistischen Manifest seinen flammenden Appell gegen die Missstände seiner Zeit niederschrieb, hat sich in Europa vieles verbessert. Es gibt keine Siebenjährigen in dunklen Bergwerksstollen mehr, die Volksschule ist obligatorisch und kostenlos. Trotzdem ist es in den letzten 150 Jahren kaum gelungen, Bildung unabhängig von sozialem und finanziellem Status zugänglich zu machen. Noch heute haben Kinder aus AkademikerInnenfamilien eine 13 mal höhere Chance auf ein Studium, als Kinder von Eltern ohne nachobligatorische Ausbildung. Das muss sich ändern!

Gegen Klassenkampf von Oben!
Den bürgerlichen Parteien scheint der Wille zu fehlen, bildungsferne Schichten in die Universitäten zu integrieren. Im Gegenteil, durch den geplanten Raubbau am ohnehin schlechten Stipendienwesen und der Forderung nach Studiengebührenerhöhungen werden weitere Hürden vor der Uni aufgebaut. So werden wohl weiterhin viel versprechende akademische Karrieren bereits in der Volksschule enden.

Für eine klassenlose Uni!

Die JA!-fpl will gleiche Chancen für alle. Begabung und Interesse sollen über ein Hochschulstudium entscheiden, nicht die Länge des Büchergestells oder die Dicke des Portemonnaies der Eltern. Deshalb fordert sie:

– gezielte Förderung bildungsferner Schichten schon in der Volksschule.
– funktionierende Passerellen zwischen Berufs- und Tertiärbildung.
– existenzsichernde Stipendien und keine Verschuldung durch Darlehen.
– eine Abschaffung der Studiengebühren.
– Studienpläne und Reglemente, die Erwerbsarbeit neben dem Studium ermöglichen.


Weise Geister wie Meister Joda engagieren sich…

…für eine nachhaltigen Entwicklung:

Nachhaltige Entwicklung setzt sich aus ökologischer Verantwortung, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und gesellschaftliche Solidarität zusammen. Die JA!-fpl setzt sich dafür ein, dass keines der besagten Ziele ausser Acht gelassen wird.

Die Universität Bern muss dazu ihren Beitrag leisten. Der Studiengang in Allg. Ökologie war ein guter Anfang dafür, wird nun aber von der Unileitung sabotiert:

– Wir fordern einen unabhängigen Studiengang in Allg. Ökologie der interdisziplinäres Arbeiten ermöglicht.

Bildung ist eine der Grundvoraussetzungen für eine langfristig nachhaltige Entwicklung. Deshalb setzt sich die JA!-fpl für bessere Rahmenbedingungen für die Studierenden, Studiengängen und Bildung im Allgemeinen ein.

– Interdisziplinäres Arbeiten an der Universität Bern muss gefördert und verbessert werden. Wir fordern eine freie Wahl der Neben -und Ergänzungsfächer für alle Studierenden.
– Wir fordern mehr Mittel für die universitäre Bildung, bessere Betreuungsverhältnisse und keine überfüllten Hörsäle mehr, um der wachsenden Zahl der Studierenden gerecht zu werden.

Nachhaltigkeit beginnt bereits beim Konsum, deshalb setzen wir uns für sinnvolle Produkte ein, welche diese Kriterien auch erfüllen.

– Wir fordern umweltverträgliche Produkte aus fairem Handel an unseren Mensen, wie beispielsweise den bereits vorhandenen Fair Trade Kaffee.
– Nachhaltigkeit darf nicht vor den Toren der Uni enden, wir fordern auch bei Partnern und Drittmittelgebern ökologische Nachhaltigkeit zu fordern und zu fördern.