Interpellation Fraktion GB/JA! (Stéphanie Penher, GB/Anne Wegmüller, JA!): Wie steht der Gemeinderat zum „Konzept für eine kindergerechte Stadt“ von 1999?

Das Konzept wurde 1999 die die Arbeitsgruppe „Auf dem Weg zu einer kinderechten Stadt“ erarbeitet. Unter der Federführung der Fürsorge- und Gesundheitsdirektion haben namentlich die Präsidialdirektion, die Schuldirektion, die Planungs- und Baudirektion, die Polizeidirektion, die Finanzdirektion, die Direktion des Stadtbetriebe, der Dachverband für die offene Kinderarbeit (DOK), pro juventute Bern und IG Begegnungsstrasse mitgewirkt. Der damalige Gemeinderat hat das Konzept gutgeheissen. In acht Leitsätzen setzt sich die Stadt mit den Bedürfnissen der Kinder auseinander. Darauf folgt ein Massnahmenpaket zur strukturorientierten städtischen Kinderpolitik.

Der Gemeinderat wird gebeten folgende Fragen zu beantworten:

1. Das Massnahmenpaket zählt 8 Leitsätze und 55 Massnahmen. Wie ist der Stand der Implementierung der Leitsätze in der Stadtverwaltung? Welche der 55 Massnahmen wurden umgesetzt beziehungsweise nicht umgesetzt und warum nicht?

2. Welche konkreten Veränderungen haben die Leitsätze auf die Stadt und die Verwaltung bewirkt?

3. Welche Bilanz wird aus den umgesetzten Massnahmen gezogen?

4. Wie gedenkt der Gemeinderat das „Konzept für eine kindergerechte Stadt‘ in die Organisationsentwicklung für DOK, TOJ und vbg einzubeziehen?

5. Hat der Gemeinderat Überlegungen angestellt, wie mit dem Konzept die Kinderanliegen in der Verwaltung schneller behandelt werden könnten?

6. Wie steht der Gemeinderat zu einer allfälligen Überarbeitung, beziehungsweise Weiterentwicklung des Konzeptes?

Bern, 5. Juni 2008

Motion Fraktion Grünes Bündnis / Junge Alternative JA! (Anne Wegmüller JA!, Emine Sariaslan GB ): Faire Computer für die Stadtverwaltung

Verschiedene Innovationen und Projekte zeigen es, die Stadt Bern ist bedacht darauf ökologisch und fair zu handeln bzw. fairen und ökologischen Unternehmen Aufträge zu erteilen. Dieses Engagement ist aus Sicht der Jungen Alternative JA! und des Grünen Bündnis sehr erfreulich, muss jedoch in gewissen Bereichen noch ausgebaut werden.

Studien zur Arbeitssituation in den Zulieferfirmen der grössten Computerhersteller in China, Thailand und den Philippinen zeigen, dass die meisten ArbeiterInnen– viele davon sind junge Frauen zwischen 16 und 30 Jahren – unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten müssen. Das Fehlen von existenzsichernden Mindestlöhnen, Arbeitsverträgen oder Massnahmen, welche die Sicherheit und Gesundheit der ArbeiterInnen schützen, wird zusätzlich dadurch gefördert, dass diese Zuliefererfabriken in speziellen Wirtschaftszonen angesiedelt sind. Für die ausländischen Unternehmen bedeutet dies Vorteile, wie die unbürokratische Erlangung von Bewilligungen, Steuerbefreiungen oder eine ausgezeichnete Infrastruktur. Für die FabrikarbeiterInnen hingegen, bedeuten diese Zonen vor allem Unterdrückung und eingeschränkter Rechtszugang.
Die Kampagne „High Tech – No Rights?“ von „Brot für alle“ und „Fastenopfer“ fordern von den Computerfirmen, dass sie in ihren Zulieferfabriken für faire Arbeitsbedingungen einstehen und diese durch Verhaltenskodices und Verträge schützen.

Ziel ist es, soziale Missstände in den Zulieferfirmen idealerweise abzuschaffen oder zumindest zu verringern. Die Computerindustrie muss darauf aufmerksam gemacht werden, dass in den verschiedenen Fabriken, welche spezifische Computerteilchen produzieren, die Angestellten in ihren sozialen und finanziellen Rechten eingeschränkt werden.
Die Forderungen von „High Tech – No Rights?“ betreffen die gesamte Bevölkerung: Denn mit Steuergeldern werden auch Computer eingekauft. Gerade die öffentliche Hand sollte also bei der Beschaffung darauf achten, dass sie die Steuergelder nachhaltig einsetzt: Dazu zählt auch die Anerkennung der sozialen Verantwortung für die gesamte Produktionskette eines Computers, sprich der Kauf von „sauberen“ Computern. Die Stadt Genf geht mit gutem Beispiel voraus und verlangt seit 2006 von Zulieferfirmen von Informatikmaterialien und deren wichtigsten Unterlieferanten, dass sie die Konventionen der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) respektieren. Seit 2007 müssen alle Zulieferer mit einem Formular zu ihrer sozialen Verantwortung ausfüllen und der Stadt ein Exemplar ihres Verhaltenskodex zustellen. Wenn Firmen diese Vereinbarung nicht einhalten, können sie mit einer Busse bestraft und für einige Jahre von allen Geschäften ausgeschlossen werden.
Der Gemeinderat wird daher beauftragt sicherzustellen, dass die Stadt Bern künftig nur noch Computer beschaftt, welche fair produziert werden und folgende Regeln zur Beschaffung von Informatikmaterialien im Rahmen einer allfälligen Revision der Subventionsverordnung festgelegt werden:

1. Der Gemeinderat soll die Liefer- und Herstellerfirmen verpflichten die fundamentalen Rechte und Konventionen der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) einzuhalten und er soll sich am Beispiel der Stadt Genf Sanktionsmöglichkeiten bei allfälliger Nichteinhaltung überlegen.

2. Zudem sollen EDV-Zuliederfirmen der Stadt Bern darlegen, dass sie ihre Angestellten, welche das Material produzieren, über ihre Rechte informieren und ausbilden.

Bern, 5. Juni 2008

Interpellation Fraktion GB/JA! (Lea Bill, JA!/Hasim Sancar, GB): Politische Vorgaben des Gemeinderates für den Polizeieinsatz beim „reclaim the streets“

Am 17. Mai 2008 hätte unter dem Motto „reclaim the streets“ eine Strassenparty mit diversen Musikwagen, Live-Bands, Essen und Trinken stattfinden sollen. Die ca. 200 Leute besammelten sich auf der Schützenmatte und wurden schon dort von einem riesigen Polizeiaufgebot am Weiterlaufen gehindert. Die Teilnehmerinnen verschoben sich auf die Kreuzung Schützenmattstrasse/Lorrainebrücke. Um ca. 20.45 Uhr griff die Polizei das friedliche Fest ohne Vorwarnung mit Gummigeschossen und Pfefferspray an. Es entstand eine Massenpanik und zwei Personen wurden durch Gummigeschosse verletzt – eine davon direkt unter einem Auge.

Für die Fraktion GB/JA! ist der Auslöser für einen derartigen Polizeieinsatz unklar. In den Telebärn-News vom 18. Mai 2008 begründet die Sprecherin von Police Bern, Ursula Stauffer, den Einsatz damit, dass der Verkehr wieder hätte fliessen müssen. Die Einsatzleitung vom 17. Mai selber rechtfertigte den Angriff angeblich damit, dass „die Damen und Herren OrganisatorInnen“ lernen müssten, dass für jede Kundgebung eine Bewilligung eingeholt werden müsse. Beide Begründungen legitimieren keinen solchen Polizeieinsatz, insbesondere ohne Vorwarnung. Das Grüne Bündnis und die Junge Alternative, JA! sind zwar auch der Meinung dass für solche Anlässe eine Bewilligung eingeholt werden sollte, eine Bewilligung kann aber auch noch am Platz gegeben werden. Diese deeskalierende Praxis wurde in den letzten Jahren immer wieder vom Gemeinderat und der Polizei angewandt, indem zum Beispiel eine Demoroute durch die Quartiere statt durch die Innenstadt vereinbart wurde. Dass sich der Gemeinderat nun vor dem Hintergrund der Verschiebung der strategischen und operativen Kompetenz zu Police Bern auch vor seiner politischen Verantwortung drückt, beunruhigt die Fraktion GB/JA! zutiefst und stellt die Deeskalationsstrategie in Frage.

Ein solches Vorgehen seitens der Polizei und die unklare Rolle des Gemeinderates bezüglich politischer Vorgaben werfen Fragen auf und machen eine Prüfung des Polizeieinsatzes unumgänglich.

Deshalb bittet die Fraktion GB/JA! den Gemeinderat um die Beantwortung folgender Fragen:
1. Hat der Gemeinderat mit Police Bern politische Vorgaben (z.B. bezüglich möglicher Demoroute oder dem allgemeinen Umgang mit der unbewilligten Demonstration) vereinbart? Wenn Ja, welche? Oder liess er Police Bern freie Hand, wie sie mit „reclaim the streets“ umgehen wollen? Wenn Ja, warum?

2. Erachten die zuständigen Behörden den Angriff auf die friedlichen Demonstrierenden als verhältnismässig? Wie begründen der Gemeinderat und die Police Bern den plötzlichen Gummigeschosseinsatz, der ohne Vorwarnung durchgerührt wurde?

3. Warum hat die Polizei ohne Vorwarnung – wie es die Vorschrift wäre – Gummigeschosse und Pfefferspray eingesetzt? Gab es diesbezüglich politische Vorgaben vom Gemeinderat?

4. Am Samstag wurden bereits tagsüber Personen in der Innenstadt kontrolliert. Aus welchen Gründen und nach welchen Kriterien geschah dies? Und gab es diesbezüglich politische Vorgaben vom Gemeinderat?

5. Gibt es eine Auswertung des Polizeieinsatzes im Auftrag des Stadt Berner Polizeidirektors? Und wenn nicht, warum? Welche Lehren zieht der Gemeinderat aus dem Polizeieinsatz vom 17. Mai 2008 und wie gedenkt er, diese in die politischen Vorgaben für die Arbeit von Police Bern einfliessen zu lassen?

Bern, 22. Mai 2008

Postulat Fraktion GB/JA! (Emine Sariaslan, GB/Lea Bill JA!): Konzept zur Wiedereingliederung qualifzierter Arbeitsloser in den Arbeitsmarkt

Auf dem Schweizer Sorgenbarometer steht die Arbeitslosigkeit ganz oben. In der Schweiz sind heute nicht nur die schlecht qualifizierten Arbeitskräfte ohne Stelle, sondern neuerdings auch gut qualifizierte Arbeitskräfte. Man spricht sogar von einer neuen Qualität der Arbeitslosen. „Seit ein bis zwei Jahren haben wir auch gut qualifizierte Arbeitslose in der Beratung – insbesondere aus der Informatik und Kaderleute“, sagt Silvia Peyer, Personalberaterin im Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) Bümpliz-Bethlehem. Sie ergänzt: „Die gut Qualifizierten sind nicht unbedingt leichter vermittelbar.“ (Der Bund, 12 Juni 2005)

Die Statistik der der Arbeitslosen und ihrer Qualifikationen im Kanton Bern (am Beispiel des Monats Januar 2008) verdeutlichen, dass Arbeitslosigkeit keineswegs ein Phänomen der niedrig qualifizierten Arbeitskräfte ist: (In den Statistiken der Stadt Bern wird die Qualifikation leider nicht erfasst.)

Selbständigerwerbend 67

Kaderfunktion 585

Fachfunktion 5’261

Hilfsfunktion 3’964

Lehrling 298

Heimarbeit 8

Schüler, Student 271

Total Kanton Bern 101454 (Beco Januar 2008)

In anderen Städten gibt es bereits Massnahmen für qualifizierte Arbeitslose. So wurde z.B. in Zürich entsprechende Projekte „innovation.tank“ und „Skipper“ aufgebaut, um qualifizierte Arbeitlose und Kaderleute wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Diese erhalten mit diesem Projekt die Möglichkeit, ihr Know-how zu verbessern und sich gezielt für ihre berufliche Weiterentwicklung einzusetzen. Die Teilnehmerinnen können von einer Plattform profitieren, die es ihnen ermöglicht neue Kontakte zu knüpfen und das persönliche Netzwerk zu erweitern und dadurch eine Stelle zu finden.

In der Stadt Bern wurde bisher kein entsprechendes Projekt für qualifizierte Arbeitslose aufgebaut. Die bestehenden notwendigen Beschäftigungsprogramme richten sich an niedrig- und unqualifizierte Arbeitslose. Um die Vermittelbarkeit der Stellensuchenden zu erhöhen und zu einer raschen und dauerhaften Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt beizutragen, sollen Arbeitslosenprojekte sowohl konjunkturellen wie strukturellen Veränderungen des Arbeitsmarktes inklusive dessen regionalen Differenzen angepasst werden. Deshalb bitten wir den Gemeinderat,

1. eine detaillierte Analyse der aktuellen Situation der Arbeitslosen in der Gemeinde Bern mit folgenden Elementen zu erstellen und dem Stadtrat vorzulegen: Anzahl Arbeitsloser und ihrer Qualifikation / Branchen und Berufsgruppen / Alter, Geschlecht, Nationalität

2. ein Konzept zur Wiedereingliederung auf dem Arbeitmarkt zu erstellen

3. einen politischen Auftrag zur Förderung der Wiedereingliederung qualifizierter Arbeitsloser an das Kompetenzzentrum Arbeit zu erteilen.

Bern, 27. März 2008

Postulat Fraktion GB/JA! (Cristina Anliker Mansour GB, Anne Wegmüller JA!): Erarbeitung eines Gewaltpräventionsprojektes für die Stadt Bern

Unsere Gesellschaft ist nicht gewaltfrei – und sie ist es nie gewesen. Jugendliche stehen immer mehr pauschal unter Verdacht, obwohl die Gewaltbereitschaft bei den Erwachsenen grösser ist, als bei den Jugendlichen. Jugendgewalt ist medial sowie politisch ein Thema.

Dass Jugendliche straffällig werden hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen wie z.B. die Familiensituation, Häusliche Gewalt, Perspektivlosigkeit, Ausgrenzung, keine Lehrstelle, keine Arbeit, Anerkennung in der Gruppe und das Internet und Computerspiele. Dort ist Gewalt bis hin zum Mord allgegenwärtig.

Im Kanton Neuenburg beschloss das Parlament 1999 dreizehn Präventionsmassnahmen gegen die Jugendgewalt. Das hat gewirkt seit 2001 ist in Neuenburg der Anteil Minderjährigen an den Tatverdächtigen von 24 auf 15 Prozent gesunken.

Das Berner Kantonsparlament hat Ende November ein Massnahmekonzept gegen Jugendgewalt im Auftrag gegeben. Es soll auf den Säulen Prävention, Therapie, Schadenminderung und Repression aufbauen.

Die Stadt Bern hat kein wirkliches Gewaltpräventionskonzept. Was es gibt ist eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe zum Thema Gewalt, welche sich regelmässig trifft.

Wir sind der Meinung, dass mit einem gut konzipierten und koordinierten Gewaltpräventionskonzept, mehr erreicht werden kann als bis jetzt. Deshalb wird der Gemeinderat dazu aufgefordert die Erstellung eines umfassenden Gewaltpräventionskonzepts zu überprüfen. Dabei sollten folgende Punkte nach Möglichkeit berücksichtigt werden:

1. Eine städtische und interdisziplinäre Arbeitsgruppe (Schulsozialarbeit, Schulamt, Jugendamt, TOJ, DOK, ISA, Polizei usw.) einzusetzen, welche ein Konzept zur Gewaltprävention in der Stadt erarbeitet. Folgende Bereiche müssen berücksichtig werden: Familienbasierende Prävention, Schulische Prävention, Prävention im Freizeitbereich sowie Prävention in der Nachbarschaft. Nebst der Präventionsarbeit müssen Früherkennungsmassnahmen ergriffen werden, welche die interdisziplinäre Arbeitsgruppe für alle erwähnten Bereiche erarbeitet. Dabei ist es wichtig, konkrete Leitfäden zu erstellen, um den Früherkennungsablauf sowie das Ergreifen der Massnahmen und Interventionen zu systematisieren.

2. Familienbasierende Prävention muss folgende Punkte beinhalten:

Die Förderung von elterlichen Erziehungskompetenzen in allen Lebensphasen und Elternbildung (mit Einbezug der Mütter- und Väterberatung, Elternvereine, HSK-Verein (Heimatsprach- und Kulturunterricht usw.)

3. Schulische Prävention sollte folgende Punkte berücksichtigen:

– Eine frühe Förderung der kognitiven und sozialen Entwicklung von Kindern – im 3. bis 5. Altersjahr- aus benachteiligten Verhältnissen (z.B. durch Zugang zu Kindertagesstätten)

– Programme zur Förderung kognitiver und sozialer Kompetenzen, welche das Einüben solcher Kompetenzen im schulischen Alltag einschliessen (z.B. durch Zugang zu Tagesschulen)

– Themen wie Mobbing, Alkohol, Drogen, sexuelle Gewalt / Belästigung müssen zielgruppengerecht und regelmässig (Kindergarten, 3., 5. 7. und ev. 9. Klasse) thematisiert und behandelt werden.

– SchulsozialarbeiterInnen sollen Zeit und Ressourcen bekommen, um diese Themen mit den erwähnten Klassen zu behandeln.

4. Prävention im Nachbarschafts- und Freizeitbereich sollten folgende Punke berücksichtigen:

– Mobilisierung der Wohnbevölkerung für Präventionsanliegen (Ansatz Communities that Care)

– Aufsuchende bzw. mobile Jugendarbeit

– Aktivierung der Wohnbevölkerung durch Partizipations- und Quartierentwicklungsprozesse

– Förderung und Anerkennung der informellen Freiwilligenarbeit (z.B. Sozialzeitausweis)

– Quartierspezifische Mentoring-Projekte für Jugendliche (z.B. BIG BROTHERS – BIG SISTERS, BBBS)

– Nur klare und attraktiv umgesetzte Angebote im Freizeitbereich bedeuten Prävention

Postulat Fraktion GB/JA! (Hasim Sancar, GB/Anne Wegmüller, JA!): Jugendliche: Eine Generation unter Verdacht?

Jugendliche sind offen, integrativ und wir Erwachsene könnten viel von ihnen lernen, wenn wir nicht Gefangene unseres eigenen Ehrgeizes wären. „Postulat Fraktion GB/JA! (Hasim Sancar, GB/Anne Wegmüller, JA!): Jugendliche: Eine Generation unter Verdacht?“ weiterlesen

Postulat Fraktion GB/JA! (Hasim Sancar, GB/Anne Wegmüller, JA!): Alternativen zu Videoüberwachung im öffentlichen Raum in der Stadt Bern

Mit Änderung des Polizeigesetzes möchte die Kantonsregierung die dissuasive Videoüberwachung im öffentlichen Raum einführen. Die Gesetzesänderung ist noch im Vernehmlassungsprozess, was den Gemeinden auch Zeit gibt, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie sie mit der neuen Form der Überwachung umgehen wollen. Denn die Umsetzung der entsprechenden Artikel soll kommunal geregelt werden.

Wir stehen der Videoüberwachung grundsätzlich skeptisch gegenüber. Die erhofften Wirkungen der Videoüberwachung sind aus kriminologischer Sicht nicht unproblematisch. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu betonen, dass die Kriminalitätsrate durch Videoüberwachung nicht abnimmt, sondern eine blosse Verlagerung an andere Orte stattfindet. Diesem Verdrängungseffekt strafbarer Handlungen (von Abfallsündern bis hin zu Bedrohung von Leib u. Leben) in nicht videoüberwachte Räume muss genügend Gewicht gegeben werden. Denn wie verschiedenste Studien belegen, ist die erhoffte abschreckende Wirkung von Videokameras nur sehr beschränkt – wenn überhaupt – vorhanden.

Zwar muss das subjektive Sicherheitsempfinden der Bevölkerung ernst genommen werden. Allerdings sind auch bei der Kriminalitätsfurcht widersprüchliche Effekte auszumachen: Eine Kamera kann bei der einen Person ein verstärktes Sicherheitsgefühl hervorrufen, bei einer anderen Person erweckt es den Eindruck, dass der Ort erst recht gefährlich ist.

Bevor eine Videoüberwachung des öffentlichen Raumes in der Stadt Bern eingeführt wird, muss geklärt werden, ob eine solche Überwachung für Bern überhaupt in Frage kommt.

Der Gemeinderat wird deshalb beauftragt, folgende Punkte zu prüfen und ausführlich darzulegen:

1. Welches wären nach Ansicht des Gemeinderates die im PolG vorgesehenen „öffentlichen und allgemein zugänglichen Orte an denen wiederholt Straftaten begangen worden sind“ in der Stadt Bern, bzw. um welche Straftaten könnte es sich handeln und in welchen grösseren Zusammenhängen stehen diese? Welche weiteren Kriterien würde der Gemeinderat in seine Überlegungen mit einbeziehen?

2. Mit welchen anderen Massnahmen als mit der Videoüberwachung könnte an diesen Orten die Sicherheit verbessert werden?

3. Welches sind öffentliche Orte, an denen der Gemeinderat explizit keine Videoüberwachung installieren würde und was sind die Kriterien dafür?

4. Welche weitergehenden Massnahmen müssten eingeleitet werden, um einer allfällige Verlagerung von möglichen Straftaten in nicht videoüberwachte Räume entgegenzuwirken?

Bern, 31. Januar 2008

SR-Wahlkampf 2007

“Als Frau wird man nicht geboren, zur Frau wird man gemacht.”
(Simone de Beauvoir, 1949)

Es kommt darauf an sie zu verändern! Die soziale Frage stellt sich auch heute, gerade an der Uni. Seit Karl Marx

Weise Geister wie Meister Joda engagieren sich … für eine nachhaltigen Entwicklung

Im Unterstützungskomitee der JA!-fpl finden sich einige prominente FürsprecherInnen:

Lisa Simpson: „Ich bin die Klügste in meiner Klasse. Wenn ich mal zu Uni gehe, will ich nicht zur wissenschaftlichen Fliessbandarbeiterin der Wirtschaft werden. Die JA!-fpl setzt sich dafür ein, dass Leute wie ich in ihrem kritischen Denken gefördert werden, deshalb würde ich sie wählen.“
JA!-fpl die clevere Alternative! (Download Plakat) (Download Flyer)

Simone de Beauvoir: „Immer wieder heisst es, die Gleichstellung der Geschlechter sei schon lange erreicht. Das stimmt nicht, oder wieso sonst gleicht der universitäre Lehrkörper einem Gruppenbild mit Dame? Die JA!-fpl tut etwas dagegen und setzt sich für wahre Gleichstellung ein, deshalb würde ich sie wählen.“
JA!-fpl die feministische Alternative! (Download Plakat)

Karl Marx: „Vor 150 Jahren habe ich die Klassengesellschaft analysiert. Was ist passiert? Noch immer ist die alte Klasse an der Macht und bevölkert auch die Uni. Die JA!-fpl tut etwas dagegen und setzt sich für einen offenen Zugang zur Uni ein, deshalb würde ich sie wählen.“
JA!-fpl die soziale Alternative! (Download Plakat)

Jedi-Meister Joda: „Die dunkle Seite der Macht Besitz von der Uni ergriffen hat. Nachhaltige, inderdisziplinäre Angebote abgebaut werden und soziale Verantwortung ein Fremdwort ist. Die JA!-fpl für Weisheit, Nachhaltigkeit und akademische Verantwortung einsetzt sich, wählen ich sie deshalb würde.“
JA!-fpl die weise Alternative! (Download Plakat)

Pippi Langstrumpf: „Ihr kennt ja die Gauner, die hinter meinem Koffer voll Gold her sind. Genauso wie ich mir nichts von denen gefallen lasse, setzt sich die JA!-fpl für eine SUB ein, die der Unileitung die Stirn bietet, deshalb würde ich sie wählen.“
JA!-fpl die freche Alternative! (Download Plakat) (Download Flyer)



“Als Frau wird man nicht geboren, zur Frau wird man gemacht.”
(Simone de Beauvoir, 1949)

In einer Zeit, als Frauen noch weit davon entfernt waren, die gleichen Rechte wie Männer zu besitzen, wagte Simone de Beauvoir diese These. Seitdem hat sich einiges geändert, jedoch nicht die Tatsache, dass das Geschlecht immer noch eine Rolle spielt.

Einiges ist bekannt:

– Nur ein Viertel des Eidgenössischen Parlaments ist weiblich

– Frauen erhalten immer noch weniger Lohn für gleichwertige Arbeit

– Frauen verrichten immer noch den Grossteil der Hausarbeit, auch wenn beide PartnerInnen berufstätig sind

Anderes vielleicht weniger:

– Obwohl mehr als 50% der Studierenden Frauen sind, beträgt der Frauenanteil im Mittelbau nur 38%

– unterrichten nur 11% Professorinnen an der Universität Bern

Obwohl die SUB eine ausgewogene Vertretung von Frauen und Männern im StudentInnenrat und Vorstand garantiert:

– halten die Männer in Sitzungen bedeutend öfter und längere Voten

– werden Massnahmen zur Frauenförderung (z.B. Frauenquote, Mentoringprogramm) und das Ressort Gleichstellung regelmässig von den rechten Gruppierungen attackiert

– sitzen in den wichtigsten Kommissionen überdurchschnittlich viele Männer

Deshalb fordert die JA!-fpl:

– Veranstaltungen zur Diskussion und Aufbrechen von Geschlechterrollen

– mehr Assistentinnen und Professorinnen an der Universität

– keine diskriminierenden Äusserungen und Beispiele in Lehrveranstaltungen

– kostenlose Kinderbetreuung für Studierende

– effiziente Frauenförderung auf allen Ebenen der Universität

– Gruppierungen die ihre Frauen nicht nur auf Wahllisten setzten sondern auch in die Ratsarbeit integrieren



Es kommt darauf an sie zu verändern!

Die soziale Frage stellt sich auch heute, gerade an der Uni

Seit Karl Marx 1848 mit dem kommunistischen Manifest seinen flammenden Appell gegen die Missstände seiner Zeit niederschrieb, hat sich in Europa vieles verbessert. Es gibt keine Siebenjährigen in dunklen Bergwerksstollen mehr, die Volksschule ist obligatorisch und kostenlos. Trotzdem ist es in den letzten 150 Jahren kaum gelungen, Bildung unabhängig von sozialem und finanziellem Status zugänglich zu machen. Noch heute haben Kinder aus AkademikerInnenfamilien eine 13 mal höhere Chance auf ein Studium, als Kinder von Eltern ohne nachobligatorische Ausbildung. Das muss sich ändern!

Gegen Klassenkampf von Oben!
Den bürgerlichen Parteien scheint der Wille zu fehlen, bildungsferne Schichten in die Universitäten zu integrieren. Im Gegenteil, durch den geplanten Raubbau am ohnehin schlechten Stipendienwesen und der Forderung nach Studiengebührenerhöhungen werden weitere Hürden vor der Uni aufgebaut. So werden wohl weiterhin viel versprechende akademische Karrieren bereits in der Volksschule enden.

Für eine klassenlose Uni!

Die JA!-fpl will gleiche Chancen für alle. Begabung und Interesse sollen über ein Hochschulstudium entscheiden, nicht die Länge des Büchergestells oder die Dicke des Portemonnaies der Eltern. Deshalb fordert sie:

– gezielte Förderung bildungsferner Schichten schon in der Volksschule.
– funktionierende Passerellen zwischen Berufs- und Tertiärbildung.
– existenzsichernde Stipendien und keine Verschuldung durch Darlehen.
– eine Abschaffung der Studiengebühren.
– Studienpläne und Reglemente, die Erwerbsarbeit neben dem Studium ermöglichen.


Weise Geister wie Meister Joda engagieren sich…

…für eine nachhaltigen Entwicklung:

Nachhaltige Entwicklung setzt sich aus ökologischer Verantwortung, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und gesellschaftliche Solidarität zusammen. Die JA!-fpl setzt sich dafür ein, dass keines der besagten Ziele ausser Acht gelassen wird.

Die Universität Bern muss dazu ihren Beitrag leisten. Der Studiengang in Allg. Ökologie war ein guter Anfang dafür, wird nun aber von der Unileitung sabotiert:

– Wir fordern einen unabhängigen Studiengang in Allg. Ökologie der interdisziplinäres Arbeiten ermöglicht.

Bildung ist eine der Grundvoraussetzungen für eine langfristig nachhaltige Entwicklung. Deshalb setzt sich die JA!-fpl für bessere Rahmenbedingungen für die Studierenden, Studiengängen und Bildung im Allgemeinen ein.

– Interdisziplinäres Arbeiten an der Universität Bern muss gefördert und verbessert werden. Wir fordern eine freie Wahl der Neben -und Ergänzungsfächer für alle Studierenden.
– Wir fordern mehr Mittel für die universitäre Bildung, bessere Betreuungsverhältnisse und keine überfüllten Hörsäle mehr, um der wachsenden Zahl der Studierenden gerecht zu werden.

Nachhaltigkeit beginnt bereits beim Konsum, deshalb setzen wir uns für sinnvolle Produkte ein, welche diese Kriterien auch erfüllen.

– Wir fordern umweltverträgliche Produkte aus fairem Handel an unseren Mensen, wie beispielsweise den bereits vorhandenen Fair Trade Kaffee.
– Nachhaltigkeit darf nicht vor den Toren der Uni enden, wir fordern auch bei Partnern und Drittmittelgebern ökologische Nachhaltigkeit zu fordern und zu fördern.