Postulat GB/JA! (Stéphanie Penher, GB/ Lea Bill, JA!): Berner Fachhochschule: Potential und Synergien für eine Optimierung am Standort Bern aufzeigen

Am 22. Oktober am jährlichen Berner Fachhochschultag gab der Regierungsrat bekannt, er prüfe, wie die Berner Fachhochschule (BFH) auf einzelne Standorte oder einen einzigen Standort zu konzentrieren sei. 1997 haben sich zwölf einzelne Hochschulen zur BFH zusammengeschlossen. Seither sind die SchülerInnenzahlen stetig gewachsen. Trotz der verschiedenen Reorganisationsphasen haben sich die räumlichen Strukturen nur wenig geändert. Die 84‘800 Quadratmeter Gebäudefläche der BFH sind heute auf 24 Standorte in den Agglomerationen Bern, Biel und Burgdorf verteilt. Die BFH hält selber fest, dass viele Gebäude ungünstige Raumstrukturen aufweisen, die den heutigen Anforderungen des Lehr- und Forschungsbetriebes nicht entsprechen. Mehrere Fachbereiche würden unter Platzknappheit leiden und bräuchten zusätzliche Räume. An den bestehenden Standorten können jedoch wegen Platzmangel keine Erweiterungsbauten errichtet werden.

Die Kantonsregierung hat eine Variantenprüfung der Standortzusammenlegung veranlasst, die im Herbst 2010 vorliegen soll. Die Baudirektion wird primär Standorte untersuchen, die mit dem öffentlichen Verkehr gut erreichbar sind. Die BFH hat ein vielfältiges Angebot: Technik und Informatik; Architektur, Holz und Bau; Wirtschaft und Verwaltung; Gesundheit und Soziale Arbeit; Kunst; Sport; Landwirtschaft. Es könnten Synergien zwischen Universität und Hochschule genutzt werden, die der Bildungsstadt Bern neue Impulse geben würden. Bern gilt auch als Verwaltungshauptstadt, auch hier ist beispielsweise eine engere Zusammenarbeit zwischen der Bundesverwaltung und der Technik- und Informatikabteilung der BFH anstrebenswert. Heute verteilen sich die Abteilungen TI auf 5 Standorte im Kanton. Die Bereiche Architektur, Holz und Bau sind primäre Entwickler von neuen effizienteren Technologien. Die meisten Firmen in diesen Bereichen sind im Raum Bern angesiedelt und könnten von diesem Know-how profitieren, was der regionalen Wirtschaft entsprechende Wettbewerbsvorteile einbringen würde, wie der INFRAS-Bericht Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz in der Region Bern – Abschätzung der Beschäftigungswirkungen und Innovationseffekte festhält.

Aus den erwähnten Gründen wird der Gemeinderat ersucht, dem Regierungsrat in einem Bericht das Potential und die Synergien des Standorts Bern vorzulegen und die möglichen Standorte (u.a. hinteres Kasernenareal und rund um den Bahnhof Bern) planerisch vorzustellen.

Bern, 29. Oktober 2009

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